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  Historisches
 

Historisches

Meyers Konversationslexikon - Vierte Auflage, 1885-1892
"Vogelspinne (Mygale Walck.), Spinnengattung aus der Ordnung der Webspinnen und der Familie der vierlungigen Spinnen (Tetrapneumones), die größten Spinnen enthaltend, mit acht fast gleichgroßen in X-Form dicht zusammengestellten Augen, derben, langen, dicht behaarten Beinen, deren vorderstes Paar oft fast so lang wie das längste hinterste ist, zwei gekrümmten Endhaken am zweiten Schienenglied des vordersten Beinpaars und schraubenartig gewundenem Begattungsorgan am Endglied der Taster. Sie bewohnen die Tropen beider Erdhälften und leben in Erd- und Mauerlöchern, in den Dächern der Häuser, unter Steinen, auf Bäumen und Sträuchern in runden, niedergedrückten Gehäusen. Die gemeine V. (Buschspinne, M. avicularia L.) ist schwarz, dichtzottig rotbraun oder fuchsrot behaart, an den erweiterten, flach gedrückten Endgliedern der Beine und Palpen kupferrot befilzt, 5, mit den Beinen 18 cm lang, findet sich in ganz Südamerika häufig und wird gefürchtet, da ihr Biß heftige Entzündung veranlaßt. Sie nährt sich von Insekten, spannt aber kein Netz aus, sondern macht eine etwa 15 cm lange und 5 cm breite Röhre von weißem Gespinst in hohlen Bäumen. Sie überfällt junge Vögel im Nest und saugt sie aus, frißt auch Amphibien. Noch größer ist die braune, an den Beinen gelb gestreifte Blondsche Würgspinne (M. Blondii Latr.) in Südamerika, welche über 60 cm lange unterirdische Gänge baut."

Aus dem Buch:
R.A. Ellis: Im Spinnenland - Schriften des d. Lehrer-Vereins für Naturkunde, 27. Band; Stuttgart 1913




Postkarte. Verlag des Aktienvereins des zoologischen Gartens zu Berlin. Gelaufen 1916



Kupferstich um 1810


Kapi-Regnum