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  Wissenswertes
 

WISSENSWERTES

Die Klasse der Spinnentiere (Arachniden) umfaßt folgende Ordnungen:

Echte Spinnen, Webspinnen (Araneae)
Walzenspinnen (Solifugae)
Skorpione (Scorpiones)
Weberknechte (Opiliones)
Geißelskorpione (Uropygi)
Geißelspinnen (Amblypygi)
Afterskorpione (Pseudoscorpiones)
Palpigraden (Palpigradi)
Kapuzenspinnen (Ricinulei)
Skorpionspinnen (Pedipalpi)
Milben (Acari)

Bis heute sind über 84000 Spezies dieser Klasse bekannt, fast die Hälfte davon sind Milben.

Wie groß werden Vogelspinnen?  

Als wahre Riesen unter den Vogelspinnen lassen sich die Weibchen von Theraphosa blondi aus Venezuela bezeichnen. Bei ausgewachsenen Tieren kann der Körper bis zu 12 cm lang werden. Die Spannweite einschließlich Beine mißt bei solchen Exemplaren mehr als 30 cm, sie sind damit so groß wie ein Eßteller. Es gibt aber auch Winzlinge von 1 bis 1,5 cm Körperlänge wie beispielsweise die in Nordafrika vorkommende Arten der Gattung Ischnocolus, oder die Art Cyriocosmus elegans aus Venezuela. Im Durchschnitt werden erwachsene Vogelspinnen etwa 5 cm lang, wobei ausgewachsene Männchen in der Regel kleiner und zierlicher sind als Weibchen. Nach der Geschlechtsreife ist bei ihnen der Fortpflanzungstrieb stärker ausgeprägt als der Ernährungstrieb. Sie fressen auch weniger als ausgewachsene Weibchen.

Theraposa blondi


Vogelspinne oder Tarantel?

Es handelt sich um zwei verschiedene Familien. Taranteln gehören zu den Lycosidae (Wolfspinnen), während es sich bei Vogelspinnen um Theraphosidae handelt. Amerikaner bezeichnen Vogelspinnen als Tarantulas, da die eingewanderten Italiener die großen Tiere für die doch relativ großen Taranteln ihrer Heimat hielten. Der Begriff hielt sich leider bis heute. Die zwei Familien unterscheiden sich aber grundlegend. Vogelspinnen sind sehr urtümlich und sind orthognath, das heißt die Chelizerenklauen schlagen fast parallel nach unten, während die Lycosidae labidognath sind (Chelizerenklauen arbeiten wie eine Zange gegeneinander).
Ein weiterer wichtiger Unterschied der Orthognatha ist der Besitz von zwei Paar Fächerlungen, Tracheen sind nicht vorhanden. Labidognatha besitzen außer den Hypochilidae nur ein Paar oder gar keine, während Tracheen reichlich vorhanden sind. Orthognatha haben zwei Paar Nephridien, Labidognatha ein Paar.

Wolfsspinne


Freßverhalten

Da eine Spinne eine sehr enge Speiseröhre und ein winziges Maul besitzt, kann sie nur flüssige Nahrung aufnehmen. Das bedeutet, dass sie ihre Beute, nachdem sie sie gelähmt oder getötet hat, vor dem Körper vorverdauen muss. Die Spinne injiziert mit Hilfe ihrer Chelizerenklauen Verdauungssäfte in ihr Beutetier, die dessen Gewebe zerstören und zu einem "trinkfertigen" Nahrungsbrei umwandeln. Dieser wird aufgesaugt. Bei großen Beutetieren (wie z.B. einer Maus) kann dieser Vorgang bis zu 24 Stunden dauern.

Lassen sich Vogelspinnen auf die Hand nehmen?

Als eher "friedlich" eigestufte Arten lassen sich theoretisch auf die Hand nehmen. Aber man sollte es nicht tun. Alleine das oftmals notwendige hantieren im Terrarium bedeutet für die Spinne schon Streß. Eine Spinne auf die Hand zu nehmen ist für sie Streß pur und muß auch nicht sein. Wenn es notwendig ist, die Spinne mal aus dem Terrarium zu nehmen, so kann man das mit einer Heimchendose sehr gut bewerkstelligen. Man stülpt die Heimchendose über das Tier und schiebt dann vorsichtig den Deckel darunter. Nun sitzt die Spinne unbeschadet in der Dose und man kann sie umsetzen oder transportieren.

Jeder der mit dem Hobby Vogelspinnen anfängt wird früher oder später sicherlich wissen wollen wie es sich anfühlt, wenn einem die Vogelspinne über die Hand läuft. Bitte versucht trotzdem der Versuchung zu widerstehen. Letztlich weis man nicht wie das Tier - oder auch man selbst - reagiert und sehr schnell kann die Spinne herunterfallen und sich dabei erhebliche oder meist auch tödliche Verletzungen zuziehen. 

Grundsätzlich gilt: Vogelspinnen sind keine Streicheltiere! Es sind wilde Tiere die man im Terrarium läßt wo man sie beobachten kann und sich an ihnen erfreut. Wer das beherzigt wird mit den Achtbeinern sehr viel Freude haben.

Was bedeutet 0.1 / 1.0 / 0.0.1 vor den Namen der Arten? 

Immer wieder sieht man z.B. in Anzeigenmärkten diese oder ähnliche Zahlen:
0.1, 1.0 oder 0.0.5
Diese Zahlen bezeichen die Anzahl und das Geschlecht eines Tieres.
Die erste Ziffer bezeichnet die Anzahl der Männchen, die zweite die Anzahl der Weibchen und die dritte die Anzahl, deren Geschlecht unbekannt ist!

1.0 = ein Männchen
0.1 = ein Weibchen
0.0.5 = fünf Tiere unbekannten Geschlechts